Grande Ende – Schmetterling at der Flughafen

28 Mai

Seit Wochen frage ich mich wie ich diesen Artikel beginnen soll. Ich war auf der Suche nach dem perfekten Opening, für das Grande Ende. Einen einleitenden Satz der den Leser dazu animiert die folgenden 60 Seiten zu lesen. Scherz beiseite, es wird wohl nur die Hälfte. Doch während ich so darüber nachdenke besteht nicht der hauch einer Chance diesen Vier unglaublichen Jahren in einem Satz gerecht zu werden. Daher werde ich es mit ein paar mehr Versuchen.

Als ich im August,2011 meinen ersten Blog Post zwischen den Weizenfeldern Kansas hochladen sollte, konnte ich noch nicht einmal erahnen wo ich Vier Jahre später sitzen sollte um dieses Kapitel meines Lebens zu beenden. Mai,2015 sitze ich auf der Couch meiner Freundin, Leigh, im beschaulichen Carlisle, Pennsylvania. Das Drehbuch hätte ich selbst nicht besser schreiben können und doch habe ich es ziemlich perfekt geschrieben.

Im Fernsehen zappeln gerade College Studenten auf einer der berüchtigten House Party’s rum. Das und tausende von Zuschauern bei Sportereignissen waren mein Traum und Bild vom College Leben in den USA. Während sich das Bild durchaus realisiert hat war es doch so viel mehr und vor allem so viel besser.

Ich habe gelernt mich durchzubeißen in einem Bundestaate in dem mir die Menschen anfänglich nicht Fremder hätten vorkommen können. Ich habe in Kansas nicht nur das Land und die Leute kennen gelernt, sondern auch viele der großen Fragezeichen die ich und andere Menschen über die USA hatten beantwortet bekommen. Ich habe gelernt das Land mit meinen Ohren und meinem Kopf zu verstehen. Das heißt nicht dass ich mit allem Übereinstimme wofür die USA oder die Amerikaner stehen, doch ich verstehe woher Meinungen und Themen kommen.

Das ich mit dem Umzug nach Charlotte alles Richtig gemacht habe zeigt mir alleine schon die Couch auf der ich gerade sitze und meine Gedanken versuche in Wort zu fassen. Der Umzug war bitter nötig gewesen. Kansas wird für mich immer ein spezieller Ort bleiben dem ich für immer Dankbar sein werde. Es war der Richtige Ort um Fuß zu fassen und die Sprache und Kultur kennen zu lernen. Doch nach zwei Jahren musste ich trotz allem Spaß feststellen das Kansas sich nicht auf Dauer mit meinen Weltbild vereinen lassen würde.

In Charlotte habe ich mich in das nächste Große Abenteuer gestürzt. Das Abenteuer, dass ich von Anfang an wollte und dann über Umwege erreicht hatte. Großstadt leben, das liberale Amerika kennen lernen, größere Ostküsten Uni in Backstein, und spitzen Sportliche Unterstützung. An der Queens unter der Skyline von Charlotte habe ich zwei „Ziele“ erreicht die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich habe erstens meinen Bachelor mit 1,4 Abgeschlossen und bin zu einem Athleten gereift, an den ich selbst nie geglaubt hätte in der Jugend. Doch Pesi hat mir immer gesagt das ich noch gar nicht wüsste wo die Reise hingehen wird. Mittlerweile weiß ich wo es hinging und noch hingehen kann. Denn noch bin ich nicht fertig.

Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Vier Jahre vorbei sind und ich drauf und dran bin mit meiner Freundin nach Deutschland zu fliegen. Doch auch wenn es für das erste nach Deutschland geht heißt das nicht das ich dort all zu lange bleibe. Wer weiß wo mich mein nächstes Abenteuer hin verschlägt. Ich habe Blut geleckt und das Leben an einem Ort wird es für mich nicht mehr geben.

Wenn ich also Abschließend einen Satz finden müsste der diese Vier Jahre am besten Beschreibt, dann wohl der das ich Welt offen geworden bin und nicht in Deutschland zu Hause bin sondern auf diesem Planeten. Das „Global Player“ Leben macht einfach zu viel Spaß um sich an einen Ort langfristig zubinden.

Doch bevor es weiter geht werde ich erst einmal Leigh mein Osnabrücker Home zeigen und mit meinen Freunden und Familie eine gute Zeit haben. Dabei merke ich dass dies ja schon das nächste Abenteuer ist…

Schmetterling at der Flughafen

Schmetterling at der Flughafen

Bye, Bye

22 Mai

As my time in Charlotte slowly comes to an end…muss ich mich erstmal mit dem Gedanken anfreunden dass ich im kommenden Herbst nicht wieder an die Queens zurück kehren werde. Nach dem ich ab Montag kein Zimmer mehr in Charlotte gehabt hätte, habe ich mich spontan dazu entschieden heute zu meiner Freundin nach Pennsylvania zu fahren und dort die letzten Tage bis zum Abflug zu verbringen.

Während ich die Skyline von Charlotte fürs erste hinter mir lasse, muss ich feststellen das Charlotte für mich mehr als nur eine Zwischenstation war. Die Queens City ist wahrlich zu meinem zweiten Zuhause geworden. Die Stadt hat mich in einem Atemzug vom ersten Tag an fasziniert und eingenommen. Der damalige erste glänzende Eindruck der Hochhäuser hat sich nachhaltig bestätigt. Charlotte wird für mich immer mehr als nur eine schnell wachsende Stadt an der Ostküste sein.

Es ist diese wunderschöne Ortschaft in der alles so groß und hell ist, doch lange nicht so hektisch wie New York. Es ist eine Stadt die so teuer ist, doch Wunderschöne Häuser und Nachbarschaften mit zum gewöhnen guten Restaurants und Bars zu bieten hat. Eine Stadt in der immer was los ist und man das Gefühl hat am Nabel zur Welt zu leben, obwohl alle unglaublich freundlich und Bodenständig sind. Es ist der perfekte mix aus Großstadt und entspannten Osnabrücker Wüsten leben.

Ich kenne die Straßennamen, weiß wie es wo schmeckt oder welches lokale Bier einen an Deutschland erinnert oder auch nicht, habe Wohnungen gefunden in die ich gerne ziehen würde, und habe mich an das Tägliche warme Wetter gewöhnt.

Doch vor allem habe ich Erinnerungen geschaffen die ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde und an die ich immer zurück denken werde.

Danke, Danke und nochmals Danke Charlotte. Du hast es geschafft, dass ich mich fernab meiner Heimat heimisch gefühlt habe. In Charlotte werde ich immer ein zweites zu Hause und Freunde haben. Heute war nicht der letzte morgen an dem ich hier aufgewacht bin.

A Dream source:google.com

Katerstimmung

14 Mai

Nach der großen Party kommt am nächsten morgen die Katerstimmung. Nach dem wohl großartigsten Wochenende meines Lebens kam der Kater einige Tage verspätet, doch dafür umso härter.

Die letzten zwei Jahre habe ich mit allem was mein Körper mir gegeben hat auf dieses eine große Ziel hingearbeitet. Letztes Jahr hatte ich die Top 20 noch um 0,02 sec. verpasst, doch dieses Jahr war ich mit 14,28 sec. drin. Mit vier anderen Hürdenläufern bin ich an Nummer 19 in der NCAA Division II gerankt. Grund genug zu denken das ich alle Qualifikation’s Richtlinien erfüllt hätte und mir in einer Woche einen weiteren großen Traum erfüllen dürfte. Ich wollte meiner College Karriere die Krone aufsetzten und bei den NCAA Track and Field National Championships mit laufen.

Doch dann kam der „black Tuesday“. Die NCAA hatte die Startlisten für die National Championships herausgebracht. Trotz meiner Zeit und Rankings war mein Name nicht zu finden. Es wurden sogar nur 19 anstatt 20 Hürdenläufer eingeladen. Anstatt das Feld zu vergrößern und uns alle vier einzuladen, haben sie einen genommen. Nur nicht mich. Die offizielle Antwort war das man im Fall eines Patt den Läufer nimmt der die nächst schnellste Zeit gelaufen ist in diesem Jahr.

Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich fühle mich komplett verarscht und hilflos. Von uns vieren hatten ich mit 0,2 Rückenwind den wenigsten Wind. Die drei anderen 28er Zeiten waren alle mit 2,2-3,8m/sec. Rückenwind gelaufen worden. Wenn ich einmal so viel Rückenwind bekommen hätte würde da eine 14,10 oder sogar noch schneller stehen. Das im College bis zu +4,0m/sec. Rückenwind legal sind ist zwar so hinzunehmen, dass jedoch das nicht in Betracht gezogen wird bei einem Unentschieden ist mit Unbegreiflich. Meine Konkurrenten konnte auch ihren Wind nicht beeinflussen und auch ich hätte so viel nicht dankend abgelehnt. Jedoch muss doch jeder erkennen das unter diesen Umständen nicht alle 4 Zeiten gleichwertig zusehen sind.

Das ich also nominell die schnellste Zeit hatte zählt also gar nichts? Wie kann man eine zweite Zeit ran ziehen wenn es legal ist auch nur einmal zu laufen um sich zu qualifizieren, was dann? Wie kann man nur 19 Athleten nehmen wenn es immer heißt das die ersten 20 sich qualifizieren? Warum gehen bei den Frauen über 100m 24 Athleten an den Start?

Es gibt noch andere Ungereimtheiten bei den Zeiten die meine direkten Konkurrenten um Platz 19 und 20 in der letzten Wochen gelaufen sind, doch diese sind mehr Spekulation als mit Fakten belegte Substanz.

Das sich mein Head Coach nicht mal mehr für mich einsetzen wollte und wenigstens alles Versuchen wollte sagt viel über seinen „Ar******* Charakter“ aus. (Ja, jetzt da ich nicht mehr auf Ihn angewiesen bin darf ich es ruhig mal sagen) Wenigstens hat mein Hürden Trainer alles in seiner Machstehende versucht Protest einzulegen und Kontakt mit den Entscheidungsträgern aufzunehmen. Leider ohne Erfolg. Doch es hat mir gezeigt das ich Coach McQueen wenigstens etwas Bedeute, im Gegensatz zu unserem Head Coach Jim Vahrenkamp. Ich habe einfach die Schnauze voll von diesem Ar******* wie der letzte Dreck behandelt zu werden und trotz all meiner Leistung keine Unterstützung zu bekommen.

In den letzten 48 Stunden habe ich mich immer mal wieder frustriert, traurig, depressive und aggressive Gefühlt. Ich weiß nicht ob sich so Schock anfühlt. Doch wenn ja, dann bin ich auf jeden fall geschockt. Das alles während ich eigentlich versuche die positiven Dinge zu sehen und an das letzte Wochenende zurück zu denken. Was wäre ich jetzt gerne in New York mit meiner Familie.

Thank you NCAA for destroying dreams, instead of making them happen

Graduation Real Life

12 Mai

48 Stunden später sitze ich jetzt hier bei 25 Grad in der Abenddämmerung und gucke auf die Terrasse auf der ich am Samstag mein Diplom „Bachelor of Business Administration“ überreicht bekommen habe. Die Atmosphäre würde Anlass geben zu sagen  das ich es so langsam realisiert hätte, doch dem ist nicht so.

Zusammen haben wir noch jede Vorlesung überlebt

Zusammen haben wir noch jede Vorlesung überlebt

In der zehnten Klasse der Realschule hat uns unsere Lehrerin erzählt, dass ein Studium für uns nicht wäre. In der 12 Klasse der Fachoberschule Wirtschaft hat mir meine English Lehrerin von einem Studium auf English abgeraten. Ich war sicher nicht immer der fleißigste, doch immer stets interessiert an allem und noch viel mehr. Es gab wenige Lehrer die an mich geglaubt haben. Doch die es taten wussten was meine stärken waren. Genau diese haben mich vor vier Jahren dazu motiviert dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen und vier Jahre später kann ich sagen das es die beste Entscheidung meines Lebens war. Ich habe auf eigene Faust gelebt, unterschiedliche Kulturen kennen gelernt, großartige Freundschaften geschlossen, mich akademisch; sportlich; und persönlich weiter entwickelt als ich es mir jemals zugetraut hätte, eine eine zweite Sprache perfektioniert, und ein unglaubliches Abenteuer erlebt.

Nächster Schritt: Deutschland. Wir kommen in drei Wochen.

Nächster Schritt: Deutschland. Wir kommen in drei Wochen.

Am Samstag habe ich meinen Bachelor mit cum laude Honors, dank eines Notenschnitts von 3,61 (deutsch 1,4), überreicht bekommen. Doch dieses Wochenende ging es nicht nur um ein Stückpapier und seine Akademische Bedeutung. Denn das alleine hätte es nicht eines der besten Wochenende meines Lebens gemacht. Meine Eltern und Oma, meine Freundin und Ihre Familie, meine Freunde, und zu guter letzt Weggefährten aus dem Hörsaal.

Los gingen 2 Stunden schwitzen

Los gingen 2 Stunden schwitzen

Nach dem meine Eltern und Oma am Donnerstag in Charlotte gelandet waren, sind Leigh’s Familie am Freitag Mittag hin zugekommen. Das erste mal haben sich alle Gleichzeitig getroffen und kennengelernt. Auf Anhieb verstanden und das Bier auf das bevorstehende Wochenende gehoben. Am Samstag morgen ging es dann in aller Frühe aus den Federn, denn um Punkt 10 Uhr ging es dann in typisch Amerikanischer graduation Tracht durch die Zuschauer auf die Sitze in der prallen Sonne. Nach 2 Stunden Reden wurden wir dann einzeln Aufgerufen um vor allen über die Terrasse zu gehen und unser Diplom von der Uni Präsidentin entgegen zunehmen. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen und später am Abend zum Schlemmen. Den Abend haben wir dann bei Bier und Wein über den Dächern Charlotte’s ausklingen lassen.

Freunde aus Charlotte, Kansas und dem Rest der Welt

Freunde aus Charlotte, Kansas und dem Rest der Welt

Heute ging es für meine Eltern und Oma dann weiter Richtung New York, während es für mich zurück auf die Bahn zum Schwitzen ging. Da ich weiterhin 19. in den USA bin sollte ich eigentlich bei den National Championships in zwei Wochen dabei sein, doch morgen werden wir wohl offiziell von der NCAA informiert. Noch eine Nacht schlafen, bevor ich weiß ob der ohnehin schon perfekte Abschluss noch einmal mit einer extra roten Kirsche auf der Kirsch versehen wird.

Danke

Danke

Ich kann es immer noch nicht glauben

Ich kann es immer noch nicht glauben

Das wars…fast

30 Apr

Heute morgen habe ich das Ende einer Era eingeläutet. Das Ende des größten Abenteuers aller Zeiten. Vier Jahre sind heute morgen zu Ende gegangen. Allerdings ist es nur der Anfang vom Ende, denn ich den kommenden Tagen und Wochen stehen noch aller Hand Aktivitäten an.

Heute morgen habe ich meine letzte College Klausur geschrieben. Nach Supply-Chain am Dienstag, einem langen Paper gestern und Ethics heute morgen bin ich mit dem Semester durch. Jetzt sitze ich hier mit meinen Teamkollegen in der Sonne und kann es noch nicht glauben. Normalerweise sollte ich erleichtert sein und dem Sommer entspannt entgegen gucken. Doch zur gleichen Zeit schaue ich wehmütig auf die letzten vier Jahre zurück. Noch kann ich mich nicht richtig freuen. Schließlich ist es auch noch nicht vorbei. Ich habe noch Wettkämpfe und in einer Woche ist graduation.

Einfach unglaublich das vier Jahre schon rum sind und der Sommer kurz vor der Tür steht.

Aber…FUCK YEA ITS SUMMER!!!

Drake Relays – Danke das ich das Erleben durfte

24 Apr

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie ich das gerade Erlebte in Worte fassen soll. Es würde sich dann in etwa so lesen,

„ahhhh—unglaublich—Asthon Ea—WOW—unglau—WOW—Aleec—Harris—OMG—Oliver“.

Doch es eines Journalisten’s Aufgabe diese Emotionen in Objektive Worte zu fassen…ach scheiß doch drauf.

Ich habe gerade eben das schnellste 110m Hürden Rennen meines Lebens gesehen. Das kann ich so weit sagen, da ich mir ziemlich sicher bin das ich live vor Ort nie wieder ein schneller Rennen sehen werde. Aleec Harris, David Oliver, Aries Meritt, Asthon Eaton direkt vor meiner Nase. Am Ende hat Alec Harris einen hauch Dünnen Vorsprung von 2/100 sec. auf David Oliver und gewann das Rennen in 13,16 sec. bei 0.6 Gegenwind. Danach gab es auch einen netten Check über $20,000 für den ersten Platz. Anschließend lief Kirani James 44,24 sec. über die volle Stadionrunde bevor Bershawn Jackson die 400m Hürden in 48,44 sec. gewann. Die Stimmung kochte über als sich Jesse Williams, Derek Drouin und Eric Kynard einen klasse Hochsprung Wettkampf lieferten, den Drouin mit 2,31m nach Hause nehmen konnte.

Ich bin immer noch unter Schock, dass ich das gerade weniger Meter vor mir einmal erleben durfte. Wie oft bekommt man so eine Chance im Leben?

Doch neben den Pros bin ich ja heute auf gerannt. Das der Wind heute Abend nicht mehr ganz so stark blies hatte einen Grund. Er hatte sich heute morgen schon ausgetobt. In einem stark besetzten Vorlauf sind wir alle in die Wand gelaufen und nicht einer ist ansatzweise an seine Bestleistung ran gelaufen. Nach jeder Hürde war es ein erneuter Kampf. Nie bin ich wirklich ins Rollen gekommen um Schnelligkeit über der Hürde zu entwickeln. Am Ende stand bei 2,2m/sec. Gegenwind, Regen und 10 Grad eine 14,76 sec. für mich auf der Anzeigetafel. Das man am Ende mit einer 14,53 sec. ins Halbfinale gekommen ist, zeigt wie schlecht wir alle mit den Bedingungen zurecht gekommen sind. Sehr, sehr schade das wir keine besseren Bedingungen und ich kein besseres Rennen erwischt habe. Aber so ist das nun mal in der Leichtathletik. Obwohl ich enttäuscht war kann ich den Wettkampf ganz gut einordnen. Denn ich bin schnell, ich bin gut drauf und am 6./7. Mai wird es wieder ganz schnell.

Das mein Beuger sich gerade anfühlt als würde er jeden Moment abfallen ist mir einfach so was von egal. Heute Abend hat mir noch mal zusätzliche Motivation beschert. Ich will morgen schon wieder laufen…einfach nur laufen.

D

Guten Morgen aus Iowa

23 Apr

Vor zwei Jahren habe ich den Mittlern Westen und Kansas verlassen und gestern Nachmittag bin ich genau dort wieder gelandet. Zwar nicht in Kansas, aber ein bisschen weiter nördlich in De Moines, Iowa. Anlass sind die Weltberühmten Drake Relays auf der Blauen Bahn. Ich habe mich über 110m Hürden für ein sehr schnelles Feld qualifiziert und da ich der einzige „dude“ auf diesem Trip bin habe ich auch ein „kleines“ Zimmer für mich alleine.

Das die uns hier erstens Hinfliegen und zweitens auch noch so genial unterbringen ist schon mehr als sensationell und ein Riesen Erlebnis. Die Suit habe ich für vier Nächte für mich ganz alleine.

Wohn- und Schlafzimmer

Wohn- und Schlafzimmer

Wohnzimmer vom Executive Schreibtisch

Wohnzimmer vom Executive Schreibtisch

Allerdings sind wir hier ja nicht wegen des Hotels sondern den Drake Relays. Gestern Abend haben wir uns schon den „Street Vault“ angeguckt, der in der Innstadt von De Moines abgehalten wurde, in dem unteranderem Renaud Lavillenie 5,80m gesprungen ist. Mit dabei waren auch der deutsche Karsten Dilla mit 5,50m und der american record holder Brad Walker. Auf der Seite der Frauen wurde auch über 4,60m gesprungen. Das war eine meiner besten Erfahrungen jemanden wie Lavillenie ein paar Meter vor mir an laufen zu sehen und so hoch zu springen. Ein emotionaler Start in ein hoffentlich schnelles Wochenende.

Ich selbst werde morgen früh um 9:45am (16:45 Uhr, Europäische Zeit; wir sind 7 Stunden zurück) im zweiten Vorlauf über 110m Hürden an den Start gehen und meine Bestzeit jagen. Es wird ein schnelles und enges Rennen. Brust raus und aggressive und sauber durch die 10 Hürden.

NBC überträgt Teile des Wettkampfs am Samstag Nachmittag live, wen Briana Rollins, Lolo Jones, David Oliver, Arries Merrit und co. an den Start gehen werden. Die restlichen Tage gibt es leider nur einen kostenpflichtigen live stream der Drake University unter folgendem Link. Man kann dort einen Tages Pass für Freitag kaufen. ($10)

LiveStream

Alle weiteren Information rund um die Drake Relays gibt es hier: Drake Relays Info Center

Conference Champions – Eine Einmalige Geschichte

20 Apr

Als ich vor 5 Jahren mich angefangen habe mit den USA und College Sport zu beschäftigen bin ich immer wieder über das Wort Conference gestolpert. Damit verbunden waren legendäre Siege, knappe Niederlagen, Ehre, Stolz, Party’s und das unbeschreibliche Gefühl etwas was ganz großes im College Sport erreicht zu haben.

Doch nach zwei Jahren in Kansas, wo wir nicht mal einsatzweise eine Chance hatten um den Title mit zulaufen, hatte ich die Hoffnung und den Glauben schon aufgegeben. Dann kam der vierte Platz im letzten Jahr und obwohl es dieses Jahr viel besser aus sah war ich nicht zu 100% überzeugt. Ich hatte mich mit meinem Schicksal schon abgefunden. Bis Freitag Abend, als sich etwas unglaubliches in mir und dem Rest des Teams entwickeln sollte…

Am Freitag standen die Vorläufe und diverse Sprung und Wurf Finals auf dem Zeitplan. Doch es waren Vorläufe und der Hochsprung die uns die Faust in die Luft strecken ließen. Über 1500m belegten wir Platz 1-4 während sich über 800m sogar fünf Läufer für das Finale qualifizierten. Später sollte eine achter Platz über 10.000m die Mittel-und Langstrecken Dominanz Untermauern. Währenddessen holte vollkommend Überraschend ein in der letzten Woche umfunktionierter Sprinter im Hochsprung mit 1,86m wertvolle Punkte. Anschließend bin ich im Vorlauf über 110m Hürden ganz entspannt als Vorlaufsieger in 14,39 sec. ins Finale eingezogen. Mein Mitbewohner folgte auf Platz zwei nicht weit hinterher. Zwei Stunden später sollten wir beide dann noch ein weiteres Ausrufe Zeichen setzten und uns mit jeweils neuen Bestleistungen (JR 56,74 sec.; JP 56,17 sec.) für das 400m Hürden Finale qualifizieren. Nach dem sich auch der Rest sehr, sehr gut verkauft hatte und sich auch mehrere Jungs über 400m und 200m qualifizierten ging es mit ganz schweren Beinen auf die Massage Bank.

Ich meine zu glauben das ich nicht der einzige war der mit diesem bestimmten „da geht morgen richtig was“ Gefühl nach einem späten Abendessen ins Bett gegangen ist. Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt mit 60 Punkten hinten lagen.

Am nächsten Morgen ging es gleich Schlag auf Schlag und das Momentum sollte sich schnell auf unserer Seite befinden. Als erstes wurde die 4x100m Staffel unseres direkten Konkurrenten nach souveränem Sieg wegen eines Wechsel Fehlers Disqualifiziert. 10 Punkte weg und wir einen Platz nach vorne gerutscht. Doch viel wichtiger war der Ruck der in diesem Moment durch unsere Mannschaft ging. Auf einmal war allen klar, dass hier heute was geht.

Das 110m Hürden Finale sollte ähnlich interessant werden. Es sollte ab Hürde Neun ein wahres Meisterschafts Rennen werden und ein parade Beispiel dafür werden warum man sich nur auf sich selbst konzentrieren sollte. Hürde Neun wurde mir von meinem direkten Konkurrenten weggetreten und ich bin über eine Hürde gegangen die schon auf dem Boden lag. Anschließend  stolperte der Favorite dann in die letzte Hürde und schlug sie mit den Händen zu Boden. Zwei Gründe, eine Disqualifikation. Nach Minuten der Anspannung, die geballte Faust. Ich war Conference Champion (14,61 sec.) und Johannes sollte auf Platz 2 folgen.

Manchmal passieren Dinge die kann man nicht erklären. Aber es schien so als hätten wir alles was wir bräuchten auf unserer Seite. Das sind Meisterschaften und wir waren zur Richtigen Zeit, am Richtigen Ort.

Was sich in den Vorläufen schon andeutet bewahrheitet sich dann in den Finals. Über 1500m, 800m und 5000m haben unsere Jungs fast alles mit genommen was ging. Über 400m Hürden ist Johannes zu einem SENSATIONELLEN dritten Platz in neuer PB von 55,16 sec. gelaufen, während ich auf Platz 7 noch 2 Punkte ins Ziel humpeln konnte.

Das gesamte Team ist ans absolute Limit gegangen, hat alles gegeben und die nötige Lockerheit und Konzentration gehabt um die erste Track and Field Conference Championship in der Geschichte unserer Uni zu holen. Was ein unglaubliches Gefühl. Einfach UNGLAUBLICH!

Es war die Party des Jahres. Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch am Abend. Mit über 100 Leuten im Haus unseres Teamkollegen wurde die ganze Nacht getanzt, gegrölt und gesungen. Ein unvergesslicher Tag, an den ich schon lange nicht mehr geglaubt habe. Doch um so schöner war es!

Da ist das Ding

Da ist das Ding

Ze Germans

Ze Germans mit dem Pott

Der Hürden Squad mit unserem Coach

Der Hürden Squad mit unserem Coach

Vielen Dank das ich Teil davon sein durfte

Vielen Dank das ich Teil davon sein durfte

We are the Champions

18 Apr

Da ist das Ding

Da ist das Ding!!!!

Den ausführlichen Bericht zu einem unvergesslichen Wochenende gibt es morgen in aller „frische“!!!

Lets get this Party started. We are the Champions!!!!

South Atlantic Conference Championship

16 Apr

Eine Woche nach dem besten Rennen meines Lebens kommt schon der nächste Höhepunkt. In den kommenden 7 Tagen wird  ein Highlight das andere Jagen. Nach dem ich mich und viele andere am letzten Wochenende stark überrascht habe, geht es morgen nun in Tag 1 meiner letzten Conference Championships.

Die South Atlantic Conference Championship stehen unmittelbar vor ihrem Startschuss.

Doch im Vergleich zu meiner Zeit am Bethany College haben wir sogar eine relevante Chance den Pott als Mannschaft mit nach Hause zu nehmen. Wir sind der klassische VFL Osnabrück im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund. Der Underdog unter Flutlicht, der hoffentlich zur Richtigen Zeit am Richtigen Ort die Richtigen Entscheidung trifft. Alle müssen ihren jeweiligen Teil in ihren Disziplinen beitragen und nur dann ist das Wunder von Charlotte möglich.

Es geht morgen und übermorgen nicht so sehr darum wie schnell ich laufe, sondern viel mehr welchen Platz ich ergattern kann. Es geht in erster Linie um Punkt und sekundär um die Zeit. Morgen Nachmittag stehen die Vorläufe über 110m und 400m Hürden an. Ja, ein aller letztes mal werde ich mich über die „geliebte“ Stadionrunde quälen. Getreu dem Motto von Jens Voigt  „Shut up Legs“ geht es auf eine legendäre Runde, in der es für mich gilt alles raus zu holen, um sich irgendwie für das Finale am Samstag zu qualifizieren.

Die Form ist da. Die Lockerheit ist da. Die Vorfreude ist da. Die Konzentration ist da. Das Tape sitzt und wird den Oberschenkel für zwei Tage und 1020m zusammen halten.